Was kostet das Laden eines E-Autos zu Hause? Kosten pro 100 km einfach berechnet

E-Auto zuhause laden: Kosten und Stromverbrauch sind für viele Fahrer wichtige Themen. Häufig ist das Laden zu Hause günstiger als das Laden an öffentlichen Schnellladesäulen. Doch was kostet eine Akkuladung tatsächlich – und wie hoch sind die Stromkosten pro 100 Kilometer?

Die Antwort hängt vor allem vom Verbrauch deines Elektroautos und deinem Strompreis ab. Ein Fahrzeug mit einem Verbrauch von 18 kWh pro 100 Kilometer verursacht bei einem Strompreis von 30 Cent pro kWh zunächst rechnerische Energiekosten von 5,40 Euro pro 100 Kilometer.

In der Praxis kommt allerdings noch ein weiterer Faktor hinzu: Beim Laden entstehen Ladeverluste. Dadurch muss mehr Strom aus dem Netz bezogen werden, als letztlich für das Fahren zur Verfügung steht.

In diesem Ratgeber zeigen wir dir anhand einfacher Tabellen und Rechenbeispiele, was das Laden eines E-Autos zu Hause pro 100 Kilometer, Akkuladung und Jahr kostet – und welchen Einfluss Strompreis, Verbrauch und Ladeverluste darauf haben.

E-Auto zu Hause laden: Das Wichtigste in Kürze

Die grundlegende Rechnung für die Ladekosten eines Elektroautos ist einfach:

Verbrauch in kWh/100 km × Strompreis pro kWh = Stromkosten pro 100 km

Ein Elektroauto mit einem Verbrauch von 18 kWh/100 km verursacht bei einem Strompreis von 30 Cent pro kWh zunächst rechnerische Energiekosten von 5,40 Euro pro 100 Kilometer. Bei 40 Cent pro kWh wären es 7,20 Euro.

Die tatsächlichen Kosten können etwas höher liegen, weil beim Laden Energieverluste entstehen. Wie groß diese ausfallen, hängt unter anderem vom Fahrzeug, der Ladeleistung und den Bedingungen während des Ladevorgangs ab.

Wer eine eigene Photovoltaikanlage nutzt oder sein Elektroauto gezielt zu günstigen Zeiten lädt, kann die Kosten wiederum reduzieren.

Kurz gesagt: Je niedriger Verbrauch und Strompreis sind, desto günstiger fährst du. Für eine möglichst realistische Berechnung solltest du zusätzlich die Ladeverluste berücksichtigen.

E-Auto zuhause laden: Kosten einfach berechnen

Für eine erste Abschätzung benötigst du lediglich zwei Werte:

  • den Verbrauch deines Elektroautos in kWh pro 100 Kilometer
  • deinen Strompreis in Euro pro kWh

Angenommen, dein Elektroauto benötigt laut Anzeige oder Verbrauchsangabe 20 kWh/100 km und du zahlst zu Hause 30 Cent pro kWh:

20 kWh × 0,30 Euro = 6,00 Euro pro 100 km

Bei 15.000 Kilometern im Jahr ergibt das rechnerisch:

150 × 6,00 Euro = 900 Euro pro Jahr

Dabei handelt es sich zunächst um die reinen Energiekosten auf Basis des angenommenen Fahrzeugverbrauchs. Ladeverluste sind in dieser Rechnung noch nicht berücksichtigt.

Wenn du deine tatsächlichen Kosten möglichst genau bestimmen möchtest, ist der an der Wallbox beziehungsweise am Stromzähler gemessene Netzbezug aussagekräftiger als ausschließlich der im Fahrzeug angezeigte Verbrauch.

Was kosten 100 km mit dem E-Auto?

Die folgende Tabelle zeigt, wie stark Strompreis und Verbrauch die Kosten beeinflussen.

Rechnerische Energiekosten pro 100 km – ohne zusätzliche Ladeverluste:

Verbrauch20 ct/kWh25 ct/kWh30 ct/kWh35 ct/kWh40 ct/kWh
15 kWh/100 km3,00 €3,75 €4,50 €5,25 €6,00 €
18 kWh/100 km3,60 €4,50 €5,40 €6,30 €7,20 €
20 kWh/100 km4,00 €5,00 €6,00 €7,00 €8,00 €
25 kWh/100 km5,00 €6,25 €7,50 €8,75 €10,00 €

Damit kannst du deine ungefähren Kosten sehr schnell einordnen.

Ein sparsames Elektroauto mit 15 kWh/100 km kostet bei 25 Cent/kWh rechnerisch nur 3,75 Euro pro 100 Kilometer. Ein größeres Fahrzeug mit 25 kWh/100 km kommt bei 40 Cent/kWh dagegen auf 10 Euro pro 100 Kilometer – jeweils noch ohne zusätzliche Ladeverluste.

Ladeverluste: Warum du tatsächlich etwas mehr Strom bezahlst

Beim Laden eines Elektroautos kommt nicht jede Kilowattstunde, die aus dem Stromnetz bezogen wird, vollständig im Akku an. Unter anderem entstehen Verluste bei der Umwandlung von Wechselstrom in Gleichstrom, außerdem benötigen verschiedene Fahrzeugsysteme während des Ladevorgangs Energie.

Wie hoch diese Ladeverluste ausfallen, lässt sich nicht mit einem einzigen pauschalen Prozentwert für alle Elektroautos angeben.

In einer ADAC-Untersuchung aus dem Jahr 2026 wurden fünf aktuelle Elektroautos an unterschiedlichen Stromquellen geladen. Bei maximaler Ladeleistung an einer 11- beziehungsweise 22-kW-Wallbox lagen die gemessenen Verluste zwischen 5,1 und 7,0 Prozent. Beim langsameren Laden mit reduzierter Leistung sowie insbesondere an der Haushaltssteckdose fielen sie teilweise deutlich höher aus.

Ein vereinfachtes Beispiel:

Sollen für 100 Kilometer 20 kWh Energie im Fahrzeug zur Verfügung stehen und beträgt der Ladeverlust angenommen 7 Prozent des aus dem Netz bezogenen Stroms, müssen dafür rund 21,5 kWh aus dem Stromnetz bezogen werden.

Bei einem Strompreis von 30 Cent/kWh ergeben sich damit statt 6,00 Euro ungefähr 6,45 Euro pro 100 Kilometer.

Was kostet eine komplette Akkuladung?

Auch die Kosten für eine vollständige Akkuladung lassen sich einfach überschlagen:

Akkukapazität × Strompreis = theoretische Kosten einer Akkuladung

Bei einem Strompreis von 30 Cent/kWh ergibt sich beispielsweise:

AkkukapazitätRechnerische Kosten bei 30 ct/kWh
40 kWh12,00 €
50 kWh15,00 €
60 kWh18,00 €
80 kWh24,00 €

Auch diese Werte sind vereinfachte Rechenbeispiele ohne zusätzliche Ladeverluste.

Außerdem wird ein Elektroauto im Alltag normalerweise nicht von exakt 0 auf 100 Prozent geladen. Wer beispielsweise bei 20 Prozent Akkustand anschließt und bei 80 Prozent beendet, lädt nur einen Teil der nutzbaren Akkukapazität nach.

Die Tabelle eignet sich deshalb vor allem dazu, unterschiedliche Batteriegrößen und Strompreise miteinander zu vergleichen.

Was kostet ein E-Auto im Jahr an Strom?

Für die jährlichen Stromkosten spielt neben Verbrauch und Strompreis vor allem die Fahrleistung eine Rolle.

Nehmen wir als Beispiel ein Elektroauto mit 18 kWh/100 km und einen Strompreis von 30 Cent/kWh:

Fahrleistung pro JahrRechnerischer EnergiebedarfStromkosten ohne zusätzliche Ladeverluste
10.000 km1.800 kWh540 €
15.000 km2.700 kWh810 €
20.000 km3.600 kWh1080 €
25.000 km4.500 kWh1350 €

Bei 15.000 Kilometern Jahresfahrleistung wären das rechnerisch 810 Euro Stromkosten pro Jahr. Berücksichtigt man zusätzlich Ladeverluste, liegt der tatsächliche Strombezug entsprechend höher.

Wer einen Teil des benötigten Stroms günstig über die eigene PV-Anlage bezieht oder zu niedrigen Tarifzeiten lädt, kann seine effektiven Kosten reduzieren.

Haushaltsstrom, Autostromtarif oder dynamischer Stromtarif?

Nicht nur das Elektroauto entscheidet über die Ladekosten. Auch der verwendete Stromtarif kann einen erheblichen Unterschied machen.

Am einfachsten ist es, das E-Auto über den normalen Haushaltsstromvertrag zu laden. Jede geladene Kilowattstunde wird dann grundsätzlich zum dort geltenden Preis abgerechnet.

Daneben gibt es spezielle Stromtarife beziehungsweise Tarifmodelle für steuerbare Verbrauchseinrichtungen. Ob diese günstiger sind, hängt von Anbieter, Messkonzept, Netzentgelten, zusätzlichen Grundkosten und dem eigenen Verbrauch ab. Ein pauschaler Vorteil lässt sich deshalb nicht für jeden Haushalt versprechen.

Eine weitere Möglichkeit sind dynamische Stromtarife. Dabei verändert sich der Arbeitspreis abhängig von den Preisen am Strommarkt. Wer sein Elektroauto zeitlich flexibel laden kann, kann versuchen, Ladevorgänge gezielt in günstigere Stunden zu verschieben.

Die Bundesnetzagentur weist darauf hin, dass gerade Haushalte mit einem hohen und zeitlich verschiebbaren Verbrauch – beispielsweise durch ein Elektroauto – ein größeres Einsparpotenzial haben können. Für einen dynamischen Stromtarif ist ein intelligentes Messsystem erforderlich.

Ob sich ein solcher Tarif tatsächlich lohnt, hängt jedoch vom individuellen Ladeverhalten und den jeweiligen Tarifbedingungen ab.

Wie günstig ist Laden mit der eigenen PV-Anlage?

Wer eine Photovoltaikanlage besitzt, kann einen Teil des benötigten Ladestroms selbst erzeugen.

Für selbst verbrauchten Solarstrom entstehen zwar keine normalen Strombezugskosten pro kWh aus dem Netz. Für eine wirtschaftliche Betrachtung können jedoch beispielsweise die entgangene Einspeisevergütung sowie Anschaffungs- und Betriebskosten der PV-Anlage berücksichtigt werden.

Besonders interessant ist es, das Elektroauto dann zu laden, wenn gerade ein hoher Solarüberschuss vorhanden ist. Eine geeignete Wallbox beziehungsweise ein Energiemanagementsystem kann den Ladevorgang an die verfügbare PV-Leistung anpassen.

Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass Solarstrom ohne Batteriespeicher grundsätzlich dann direkt genutzt werden kann, wenn er auch erzeugt wird.

Das Thema PV-Überschussladen behandeln wir später noch ausführlich in einem eigenen Ratgeber.

Zu Hause oder öffentlich laden – was ist günstiger?

Ob das Laden zu Hause günstiger ist als öffentliches Laden, hängt von den jeweiligen Tarifen ab.

Zu Hause kennst du deinen Strompreis normalerweise genau und kannst den Ladezeitpunkt teilweise selbst bestimmen. An öffentlichen Ladesäulen unterscheiden sich die Preise dagegen je nach Betreiber, Ladeleistung, Vertrag, Ladekarte oder App.

Besonders beim schnellen DC- beziehungsweise HPC-Laden können andere Preise gelten als beim AC-Laden. Deshalb wäre es unseriös, für öffentliches Laden einen einzigen allgemeingültigen Preis pro Kilowattstunde anzusetzen.

Für einen fairen Vergleich solltest du deshalb immer deinen tatsächlichen Haushaltsstrompreis mit dem konkreten öffentlichen Ladetarif vergleichen.

Öffentliches Laden behandeln wir später separat, weil dort neben dem reinen kWh-Preis auch Tarifmodelle, Apps, Ladekarten und mögliche Grundgebühren eine Rolle spielen.

So kannst du deine Ladekosten zu Hause senken

Schon einige grundlegende Maßnahmen können helfen, die Stromkosten fürs E-Auto zu reduzieren:

  • Stromtarif regelmäßig vergleichen: Schon wenige Cent Unterschied pro kWh können bei hoher Fahrleistung im Jahr einen spürbaren Betrag ausmachen.
  • Laden zeitlich verschieben: Bei passenden dynamischen oder zeitabhängigen Tarifen können günstigere Ladezeiten interessant sein.
  • PV-Strom nutzen: Wer eine eigene Photovoltaikanlage besitzt, kann einen Teil des Ladestroms selbst erzeugen.
  • Ladeverluste beachten: Sehr langsames Laden ist nicht automatisch besonders effizient. Die aktuellen ADAC-Messungen zeigen deutliche Unterschiede zwischen Haushaltssteckdose und Wallbox. Welche Ladeleistung für zu Hause sinnvoll ist, erklären wir ausführlich in unserem Ratgeber zu 11 kW oder 22 kW.
  • Verbrauch reduzieren: Ein niedrigerer Fahrzeugverbrauch senkt unmittelbar auch die Ladekosten pro 100 Kilometer.

Entscheidend ist letztlich die Kombination aus effizientem Fahrzeug, günstigem Strombezug und einer zum eigenen Alltag passenden Ladestrategie.

Häufige Fragen zu den Ladekosten eines E-Autos

Was kosten 100 km mit einem Elektroauto zu Hause?

Bei einem Verbrauch von 18 kWh/100 km und einem Strompreis von 30 Cent/kWh ergeben sich rechnerisch 5,40 Euro pro 100 Kilometer. Ladeverluste können den tatsächlichen Strombezug und damit die Kosten etwas erhöhen.

Wie viel kostet eine Akkuladung zu Hause?

Das hängt von Akkugröße, nachgeladener Energiemenge und Strompreis ab. Eine theoretische 60-kWh-Ladung kostet bei 30 Cent/kWh zunächst 18 Euro. In der Praxis kommen Ladeverluste hinzu, außerdem wird der Akku normalerweise nicht vollständig von 0 auf 100 Prozent geladen.

Sind Ladeverluste bei einer Wallbox hoch?

Das hängt von Fahrzeug und Ladebedingungen ab. Beim ADAC-Test 2026 lagen die gemessenen Verluste der fünf untersuchten Fahrzeuge bei maximaler Wallbox-Leistung zwischen 5,1 und 7,0 Prozent. Beim Laden an der Haushaltssteckdose lagen sie bei den getesteten Fahrzeugen deutlich höher.

Ist PV-Strom zum Laden kostenlos?

Nicht im streng wirtschaftlichen Sinn. Selbst erzeugter Solarstrom verursacht zwar keine normalen Netzbezugskosten, allerdings können unter anderem Investitionskosten der PV-Anlage und eine entgangene Einspeisevergütung berücksichtigt werden. Trotzdem kann selbst erzeugter PV-Strom eine wirtschaftlich attraktive Möglichkeit sein, ein Elektroauto zu laden.

Fazit: Was kostet das Laden eines E-Autos zu Hause wirklich?

Die Kosten für das Laden eines Elektroautos zu Hause hängen hauptsächlich von Verbrauch, Strompreis und Ladeverlusten ab.

Bei einem typischen Rechenbeispiel mit 18 kWh/100 km und 30 Cent/kWh ergeben sich zunächst 5,40 Euro pro 100 Kilometer. Tatsächlich wird wegen der Ladeverluste etwas mehr Energie aus dem Stromnetz benötigt.

Wer seinen individuellen Strompreis kennt und den tatsächlichen Strombezug seiner Wallbox messen kann, kann seine persönlichen Ladekosten sehr genau bestimmen.

Mit einer eigenen Photovoltaikanlage, einem passenden Stromtarif oder zeitlich flexiblem Laden besteht zusätzliches Einsparpotenzial.

Kurz gesagt: Nicht die Akkugröße entscheidet darüber, wie teuer du auf Dauer fährst. Entscheidend sind vor allem der tatsächliche Energieverbrauch pro Kilometer und der Preis für den Strom, den du zum Laden beziehst.